What to do, what to do, oder zum Glück gibt es Geburtstage

Das neue Semester näherte sich mit großen Schritten und mit ihm auch der Beginn einer neuen Runde Redaktionssitzungen im Zuge des Fontane-Blogs. Damit es aber etwas zu besprechen gibt, müssen Texte geschrieben werden, getreu unserem Mantra „Inhalte, Inhalte, Inhalte“ und genau da beginnt das Problem. Ideen abstrakterer Art habe ich viele, manche weiter gediehen als andere. Jedoch möchte ich mein Pulver ja nicht gleich zu Beginn verschießen – zumal einige meine Ideen doch sehr an Hybris grenzen, was an sich für mich kein Problem darstellt. Vorher muss ich aber noch ein wenig üben, damit die Lächerlichkeit, der ich mich preisgebe, wenigstens eine ordentlich recherchierte und gut geschriebene Lächerlichkeit ist.

Der Voucher sorgt für mein leibliches Wohl.

Wie das meistens so ist mit den Ideen, offenbaren sie sich unangekündigt, aber doch auch dieses Mal in Form eines Geburtstaggeschenkes, nämlich einer Reise nach Frankfurt am Main, um sich dort die neue Altstadt anzugucken und ein wenig auf familiären Spuren zu wandeln, dazu später mehr. Insofern liegt es nahe, das neue Semester damit zu beginnen, womit das alte geendet hat: einem Reisebericht. Denn wie heißt es so schön, „Never change a winning team“, insofern ist natürlich die Reisebegleitung ausgemachte Sache, die Mutter, ihr Knie und ich fahren nach Frankfurt, allerdings ohne Cécile. Was vermutlich besser ist, denn unser Hotel und die Umgebung hätten ihrem zartem Nervenkostüm sicherlich nicht gutgetan.

Der anfänglichen Begeisterung folgt Ernüchterung, Fontane war offensichtlich so beschäftigt damit, die Mark Brandenburg zu bereisen, Berlin zu durchstreifen und den Harz unsicher zu machen, dass er es leider nicht bis nach Frankfurt geschafft hat; so viel kann ich den beiden Biografien, die ich befragt habe, entnehmen. Ob er eventuell Frankfurt auf seinem Weg nach Rom oder Paris touchiert hat, ist leider nicht mehr zu rekonstruieren, wenn dem so gewesen sein sollte, scheint diese Stadt keinen Eindruck auf ihn gemacht zu haben. Was erstaunlich ist, hat Frankfurt doch einige historische Preziosen zu bieten, von römischen Thermalbädern, über fränkische Kaiserpfalzen zu neuen Altstädten. Von den bedeutenden Kunstsammlungen und den Frankfurtern mit ihrem reizenden Dialekt und ihrer, nennen wir es mal behäbigen Art, ganz zu schweigen.

Also alles wieder auf Anfang?

Papperlapapp!

Als ob mich das Nicht-anwesend-Sein Fontanes daran hindern könnte, einen Blogbeitrag auf dem Fontane-Blog zu schreiben und meine Reise mit der Welt zu teilen. Ein kurzer Blick bei Google-Maps verrät mir, das Frankfurt mit einer Fontanestraße und einer Fontane-Apotheke aufwarten kann. Das ist, gemessen an Berlin mit seinen mindestens acht nach Fontane benannten Straßenzügen ein Witz, aber ich darf bei dem Versuch, meinen Reisebericht zu rechtfertigen, nicht kleinlich sein.

Der Kurzausflug findet Ende Oktober statt und da wird Frankfurt fontanisiert, ob es nun will, oder nicht.

 

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