Fontane-Blog – Roter Knopf und Start

Als gestern in der Berliner Vertretung des Landes Brandenburg die Staatssekretärin, Frau Dr. Gutheil, auf den roten Knopf zum Launch der Webseite zum Fontanejahr 2019 drückte, da dachte ich: Sollte unser Fontane-Blog, an dem im Verlauf des laufenden Wintersemesters an der Humboldt-Universität gebastelt wurde, nicht auch aus den Startblöcken gehen? Noch ist alles Gerüst, man riecht die Farbe, sieht Handwerkzeug herumliegen. Aber die Rubriken stehen, erste Ängste sind überwunden, weiteres Material ist in Vorbereitung. Wer lernt, zahlt Lehrgeld – es kommt darauf an, dass die Freude an der Sache bleibt. Und die Sache hat einen Namen: Theodor Fontane. Dessen Leben endete 1898, aber ist – glücklicherweise – längst nicht zu Ende.

Der Blog, eine Initiative der Theodor Fontane Gesellschaft, lädt ein, sich zu beteiligen. Das ist sein Wesen. Die Rubriken brauchen Stoff, sie brauchen Kundige und Kenner. Doch nicht minder benötigen sie Fontane-Lustige und -Launige. Hier soll Fontane-Wissen umgeschlagen werden, aufbereitet oder als Rohstoff. Bunt und nicht langweilig, nützlich für Schule, Studium und Liebhaberei, unnütz zu fröhlichem Zeitvertreib.

An Ideen mangelt es nicht. Die Studierenden arbeiten sich ein, mit Neugier und wachsender Energie. Lernen und gleich schreiben, ein Risiko, was sonst. Doch mit den ersten Proben wächst das Zutrauen und der Spaß an der Doppelrolle: ich schreibe zu Fontane, was ich gerne lesen möchte. Neuigkeiten, im Internet Aufgefischtes, Leseeindrücke, Bücher, Texte, Zitatfunde etc. Das Handy als Fotoapparat und Notizbuch, mediale Phänomene, die sich im eigenen Alltag gut eingerichtet haben und immer griffbereit sind.

Längst dem ‚Blogger-Alter‘ entwachsen, spürte ich selbst bei der Arbeit im Seminar zunehmend Spaß. Ich entdeckte eine neue Schreib- und Darbietungsform, einüben war nötig – und ist noch immer nötig. Als mir der Gedanke einer Rubrik „Fontane-Forscher“ gekommen, stellte sich ein besonderer Reiz ein. Alte Unterlagen, Ordner, Fotokästen gerieten plötzlich wieder in Griffnähe, ich begann zu blättern, zog einiges heraus und schnitt es zurecht für diesen Blog. Testläufe, Proben, kurze Erinnerungsskizzen, Dokumente, Zeugnisse von unterschiedlichem Gewicht.

Der rote Knopf, mit dem dieser Blog ins unkalkulierbare Offene geschickt wird, ängstigt mich ein wenig. Vielleicht auch die bis jetzt Beteiligten. Doch ohne ihn zu drücken, geht es nicht. Mit ihm wird nicht nur das, was bis jetzt zusammengekommen ist, in die ‚Welt‘ entlassen – mit ihm wird vor allem die Tür weit geöffnet für Gäste. Sie sind willkommen, ihr Mittun ist unentbehrlich, ihre Beteiligung eigentlicher Anlass dieses Blogs.

Stellen Sie sich also einen roten Knopf vor, der eben in diesem Moment gedrückt wird. Treten Sie ein!

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