Kategorie: Fontane-Miszellen

Agnes‘ rote Strümpfe und die Revolution der Sitte

Was sind die Vorzüge an Autourlaubsreisen? Unter anderem die Möglichkeit ein Hörbuch einlegen zu können und die Landschaft in Verbindung mit einem Bildungsgewinn vorbeihuschen zu sehen. Wesentliche Voraussetzungen für den Hörgenuss sind: ein brillanter Fahrer, der mit nicht mehr als 150 Stundenkilometern ohne abruptes Bremsen kutschiert – und sehr wenig Verkehr! Trifft der Autofahrer, pardon …

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Quid pro … Über „Quitt“ Teil 1

Wieso Quitt? Jede/Jeder kennt diese leicht gequälte, bedrückende Stimmung, wenn es in einem Raum so still geworden ist, dass nur der Grillen Zirpen hörbar bleibt. Wahlweise aus Soundeffekten in Filmen, aus der deutschen Poesie oder eben aus der ungeschönten Wirklichkeit. Letzteres erlebte ich während der Fontane.200-Veranstaltung im Literarischen Colloquium vom 11. April 2019. Im Zuge …

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„Rothaarig, sommersprossig, etwas faul“ – Fontanes poetischer Kramladenlehrling

Verse vom Ribbeck scheinen mit der mehr oder minder erfolgreichen Erfahrung des Deklinierens hinter Schulbänken verbunden. Von Fontanes Gedichten sind einige in der kollektiven Memoria verankert. Der jambisch alternierende Rhythmus des alten Zieten wird – einmal gehört – nicht so leicht vergessen. Auch die Ballade vom stoisch sitzenden Steuermann, der seine Passagiere sicher über den …

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Fontane-Spur – bibliographischer Splitter

Ein bekannter Bibliograph ist bekennender Trödelmarktgänger. „Mensch, Du, da liegt doch glatt Gutzkows Nero, ich denk‘, ich seh nicht richtig. Alle dran vorbei, ich: ‚was willst’n dafür?‘ “nen Fünfer, okay‘. Du, ich glaub’s nicht. Steht jetzt bei mir im Regal, freu‘ mich jeden Tag dran.“ Wer Geschichten wie diese über Bücher nicht mag, mag keine Bücher. …

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Eine Zeit für Zufälle

Es ist eine Unzahl an Abschluss- und Aufschlussarbeiten später, es ist drei warme Sommer-, zwei laue Herbst- und einen kalten Wintermonat noch lang, es ist ein graupelartiger und schneegestöberter Anbeginn, es ist zwei nach Luther, eins mit dem Bauhaus und eins vor Beethoven, es kam einfach, kam anmäandert, schlich sich ein und geht nicht so …

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Fontane und die Musik

Ein Vorurteil über Theodor Fontane hält sich hartnäckig. Er war unmusikalisch. Zwar wurde bereits 1990 in der Arbeit „Fontane und die ‚tonangebende Kunst'“[1] das Verhältnis des Autors zur Musik erstmals aufgegriffen, eine vertiefte Beschäftigung mit den vielfältigen Facetten (Musik in Fontanes Texten – Prosa, Lyrik, Journalismus, Musik in Fontanes Privatleben, Fontanes Verhältnis zu R. Wagner, …

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Lieber Mohn statt Quark!

Eine kleinen Antwort auf einen noch kleineren Text, der ungenannt bleibt… Ein rauer Morgen und einige graue Wolken paaren sich mit einer überfüllten Tram und den Vorahnungen zu meiner kommenden Überlandfahrt. Pessimistisch verfalle ich ins Grübeln über die Risiken einer solchen Fahrt – vorprogrammierte Verspätungen, dichtgedrängte Menschenmassen und Zugunglücke…Moment, war es nicht Fontane, der ein …

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Die gute Fontane-Seele von Leipzig: Monika Stoye zum 22. März 2019

Als der Sekretär der Theodor Fontane Gesellschaft sich in seinem 64. Lebensjahr entschloss, die Berufszelte abzubrechen, um sich ins Altenteil zurückzuziehen, erntete er von der mit ihm gut befreundeten Monika Stoye, mit der ihn eine Lebensfreundschaft verbindet, hochgezogene Augenbrauen: „Was, jetzt schon?“ Niemand war so berechtigt, mit einer solchen Frage herauszurücken, wie sie. Tief in …

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Der Birnbaum blüht bedrohlich…

Ein geringes Nebenwerk Ich fürchte, man wird sich eingestehen müssen, daß Fontanes vier Kriminalgeschichten zu seinen geringeren Produktionen zählen. Zwischen Fontanes bedeutendsten artistischen Leistungen, wie „Unwiederbringlich“ und den „Poggenpuhls“ auf der einen, und „Ellernklipp“ oder „Unterm Birnbaum“ auf der anderen Seite, liegt eine ganze Welt; man wünschte, er hätte „Grete Minde“ nie veröffentlicht, „Ellernklipp“ nie …

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