Freude am Schreiben und Sprechen mit Gedichten von Theodor Fontane

„Im Zaubergarten der Schrift“ der Akademie der Künste habe ich das Gedicht „Guter Rat“ von Theodor Fontane entdeckt. Es ist das Blatt des Schriftgestalters Heinz Schumann in der „Berliner Sammlung Kalligraphie“

Mit seiner Freude am Schreiben übermittelt Heinz Schumann im Originalformat 73 mal 53 Zentimeter die Botschaft des Dichters. Die Betreuerin der Sammlung, Susanne Nagel, hebt das Blatt interessierten Besuchern gern aus.

Meine Freude am Sprechen ließ mich dieses Gedicht in die Auswahl meiner Sprechwerkstatt aufnehmen. Zuversicht, Hoffnung, Lebensmut und Selbstüberwindung sind auch die Botschaft des Gedichts „Trost“ von Theodor Fontane.

Trost

Tröste dich, die Stunden eilen,

Und was all dich drücken mag,

Auch das Schlimmste kann nicht weilen,

Und es kommt ein andrer Tag.

 

In dem ew’gen Kommen, Schwinden,

Wie der Schmerz liegt auch das Glück,

Und auch heitre Bilder finden

Ihren Weg zu dir zurück.

 

Harre, hoffe. Nicht vergebens

Zählest du der Stunden Schlag:

Wechsel ist das Los des Lebens,

Und – es kommt ein andrer Tag. (1)

 

Die tröstenden Verse schrieb Fontane nachdem er am 30. Oktober 1876 nach acht Monaten seine Mitarbeit als Erster Sekretär der Königlichen Akademie der Künste auf eigenen Wunsch beendete und seine Zukunft als Schriftsteller sah.

Zum Theodor-Fontane-Jahr habe ich eine Sprechwerkstatt vorbereitet. Sie beinhaltet Körperstimmtraining und Sprechausdrucksübungen zu neun Gedichten, die zur Auswahl stehen und abschließend in einem kleinen Rezitationsprogramm vorgetragen werden.

Teilnehmen können fünf bis achtzehn Sprechfreudige aller Altersgruppen. Je nach Größe der Gruppe sollten 45 bis 90 Minuten eingeplant werden. Es besteht die Möglichkeit, die Sprechwerkstatt in mehreren Durchgängen an einem Tag zu gestalten.

 

(1) Zit. n. Theodor Fontane: Gedichte. Hg. von Joachim Krueger u. Anita Golz. 2., durchgesehene u. erw. Auflage. Berlin: Aufbau 1995. Band 1: Gedichte (Sammlung 1898), Aus den Sammlungen ausgeschiedene Gedichte. S. 42.

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