Ein ruhiger Moment mit Fontane

Das Fontane-Jahr 2019 gleichwohl des Schriftstellers 200. Geburtstag liegt in der Vergangenheit. Deshalb blickt jedes Mitglied des Fontane Blogs noch einmal auf die dahingeschiedene Zeit zurück und erinnert sich an seinen einprägendsten Fontane-Moment.

Ich weiß noch, wie ich Anfang letzten Jahres auf Schnee gehofft habe, wie erst der Geburtstag meiner Oma und dann der meiner Eltern vorüberflog. Und plötzlich war das Jahr zu Ende. Man sagte mir: Je älter man wird, desto schneller vergehen die Jahre. Doch das wollen wir mal nicht hoffen.

Trotz all der Geschehnisse letzten Jahres, die dessen Vergehen so angekurbelt haben, fand sich dennoch die Zeit, sich mit Fontane und seinem 200. Jahrestag zu beschäftigen und ihn besser kennenzulernen. Und wie ich Fontane(s Werk) nun kennenlernen durfte.
Drei für mich große Momente prägten dieses vis-à-vis: Es begann mit dem großen Ausflug nach Neuruppin, über den hier schon so fleißig berichtet wurde, und endete damit, dass ich meinen ersten Roman Fontanes gelesen habe (eigentlich waren es sogar zwei, doch dazu gleich). Zwischendrin besuchte ich meine erste Literaturveranstaltung, die Lesung von Hans-Dieter Rutsch in Kleinmachnow. Und obwohl diese nicht gerade Erwartungen erfüllen konnte, man sie etwas enttäuscht verlassen hatte, so sind doch auch negative Erfahrungen oft welche, die dem Jahr diesen speziellen Charakter geben.

Zwischen all dem Trubel rund ums Studium, dem Vorbereiten meines wahren dritten Fontaneartikels und dem Überranntsein durch die vielen Jahresereignisse war doch wirklich der schönste Fontane-Moment, mich in Ruhe hingesetzt zu haben, um endlich mal ein Buch von ihm zu lesen. Oder zwei. Denn während ich das eine angefangen hatte und der Lesefluss durch Vorbereitungen für besagten dritten Artikel unterbrochen wurde, musste ich zufälligerweise einen anderen Fontane-Roman für ein Seminar lesen: Cécile. Diesen also beendet und Irrungen, Wirrungen angefangen, bin ich schon etwas stolz auf mich. Fontane wirklich zu lesen war ein Ziel von mir letzten Jahres und ich habe es erfüllt. Leseberichte stehen in der Warteschlange. Irrungen, Wirrungen liegt, bereit wieder aufgeschlagen zu werden, auf dem Tisch.

Und Omas Geburtstag ist schon um.

 

Illustration von der Autorin.

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